Ratgeber EN 1090

DIN EN 1090 – Was ist das überhaupt?

Die bisherigen Normen für Ausführung und Herstellerqualifikation von Stahlbauten waren DIN 18800-7 und von Aluminiumkonstruktionen DIN V 4113-3. Diese wurden am 01.07.2012 durch die DIN EN 1090 ersetzt. Übergangsfrist  war 01.07.2014
Die DIN EN 1090 ist einen Europäische Norm für die werkseigene Produktionskontrolle von Schlossereien und Schweißfachbetrieben.
Das heißt, seit 01.07.2014 müssen alle Betriebe, die tragende Stahl- oder Aluminiumbauteile fertigen oder in verkehr bringen, Ihre werkseigene Produktionskontrolle nach DIN EN 1090 haben.
Denn als Voraussetzung für die für die Herstellung von tragen Teilen wie Geländern, Überdachungen, Treppen und sonstigen Stahlkonstruktionen gilt, die Betriebe müssen ein entsprechendes Zertifikat vorweisen können.
Mit dem Zertifikat weisen die Unternehmen nicht nur die Qualifikation Ihrer Mitarbeiter und die erforderliche technische Ausrüstung nach, sondern auch die Einhaltung der festgelegten wesentlichen Produkteigenschaften Ihrer Bauteile.

Was bedeutet das?

Der Vorteil der DIN EN 1090 ist klar! Die DIN EN1090 gibt dem Verbraucher die Gewissheit für sein Geld auch eine angemessene Ware und/oder Dienstleistung zu erhalten.

Diese Europäische Norm legt Anforderungen an den Konformitätsnachweis von Stahlbauteilen, Aluminiumbauteilen und Bausätzen fest, die als Bauprodukte in Verkehr gebracht werden.

Das bedeutet jeder der Stahl-, Aluminiumbauteile herstellt und/oder in den Verkehr bringt muss nach EN 1090 Zertifiziert sein!

Nach Fertigstellung der Arbeiten ist der Fachbetrieb verpflichtet, sein Produkt mit einer Leistungsbeschreibung und einer CE-Kennzeichnung zu versehen, eine nicht vorhandene CE-Kennzeichnung ist ein schwerwiegender Mangel. (siehe LG Mönchengladbach, Urteil vom 17. Juni 2015, Az.:4 S 141/14)

Warum wurde die EN 1090 eingeführt?

Mit der Einführung der DIN EN 1090 will die Europäische Union eine Harmonisierung der nationalen Normen erreichen. Qualitäts- und Sicherheitsstandards der Mitgliedsstaaten sollen verbessert und angeglichen werden.

Ein weiterer Grund ist der Schutz des Verbrauchers bzw Auftraggebers und Hersteller.

Made in Germany hat schon lange nichts mehr mit Qualität zu tun!

Durch den Preisverfall der Transportkosten für Überseetransporte rücken die Warenmärkte in den letzten Jahren immer dichter zusammen. Der dadurch entstandene globalisierte Warenhandel ist nur noch schwer bis gar nicht zu überblicken.

Mit der Einführung der DIN  EN 1090 dürfen ausschließlich nur geprüfte zugelassene Materialien und Baukomponenten verarbeitet werden.

Die Europäische  Union versucht somit auch den Verbraucherschutz im Bereich Metallbau, insbesondere bei tragenden und sicherheitsrelevanten Bauteilen, zu sichern und zu gewährleisten.

Warum ist die EN 1090 wichtig?

“Geiz ist geil“ und „Der billige bekommt den Auftrag“ oder „Das haben wir schon seit 30 Jahren so gemacht“, hört und liest man laufend. Oder in mein Wohnhaus kommen keine Kinder, aber ist das wirklich so?

Möchten Sie wirklich auf einer Balkonanlage stehen, sich an ein Geländer lehnen oder sich unter einer Überdachung aufhalten, die vom preiswertesten Anbieter ohne geeignete Ausbildung, aber mit hohem Improvisationstalent, Baumarktdübeln ohne Zulassung und ohne die erforderlichen statischen Berechnungen gefertigt wurden? Klar Plastikdübel kosten nur Pfennigbeträge, sind aber bei Anwendung Lebensgefährlich! Selbst ein Zugelassener Klebeanker ist bei falscher Montage nicht mehr Wert.

Wie funktioniert die EN 1090?

Wie bereits ausgeführt, dient die DIN EN 1090 als Verbraucherschutz und ist ein Qualitätsmanagementsystem im Bereich Metallbau und Schweißtechnik. Jedes Unternehmen muss durch  einen akkreditierten Prüfer, nachweisen die Anforderungen der DIN EN 1090 zu erfüllen. Die Verfahren, die das Unternehmen anwendet um das zu garantieren, müssen in einem Handbuch, Verfahrensanweisungen, Prüfanweisungen, Arbeitsanweisungen und Schweißanweisungen schriftlich formuliert werden.

Die Einhaltung wird in Intervallen 1-2 Jahren von der prüfenden Stelle kontrolliert.

Die DIN EN 1090 als Verbraucherschutz und ist ein Qualitätsmanagementsystem im Bereich Metallbau und Schweißtechnik. Jedes Unternehmen muss durch einen akkreditierten Prüfer, nachweisen die Anforderungen der DIN EN 1090 zu erfüllen. Die Verfahren, die das Unternehmen anwendet um das zu garantieren, müssen in einem Handbuch, Verfahrensanweisungen, Prüfanweisungen, Arbeitsanweisungen und Schweißanweisungen schriftlich formuliert werden. Die Einhaltung wird in Intervallen von der prüfenden Stelle kontrolliert.

Geprüft wird:
– Stand der Technik
– Einsatz von geprüften Material und Baukomponenten
– Einsatz von qualifiziertes Fachpersonal

Stand der Technik
Die für die Produktion eingesetzten Maschinen unterliegen ständigen Kontrollen, um ihren fehlerlosen Einsatz garantieren zu können. Hierzu zählen beispielsweise Mess- und Prüfeinrichtungen, Schweißanlagen und –geräte.

Material und Baukomponenten

Für eingesetzte Werkstoffe und Hilfsstoffe ist der Nachweis zu erbringen, dass diese auch den Anforderungen entsprechen. – chemische Analysen des Stahls und der Schweißdrähte – Zulassungen für Befestigungstechnik, wie Dübel, Klebeanker nach ETA – Zulassungen für Glashalter

Fachpersonal
Die in der Produktion eingesetzten Mitarbeiten müssen durch Schulungen Nachweise erbringen, das sie qualifiziert sind ihre Arbeit auszuführen.
– Schweißprüfungen
– Lehrgänge zur Befestigungstechnik
– interne Schulungen

Heimwerker und Bastler sind meisten immer noch der Auffassung, ein abgeschlossenes Studium, eine Meisterprüfung oder eine Berufsausbildung zum Metallbauer oder Schweißer durch die Baumarktbroschüre “Wie helfe ich mir selbst“ oder ein Einführungsvideo auf Youtube ersetzen zu können. Ihr irrt gewaltig!